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Health & Nature, Magazin

Tips und Tricks vom Profi zum Tragen von Mund-Nasenmasken

Interview mit Dr. Melanie Eberl

Fachärztin für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin an der Unfallklinik Murnau in Deutschland

Was machen Mund-Nasenmasken mit unserer Haut?

Durch Mund-Nasenmasken wird die ausgeatmete, CO2-haltige Luft nicht sofort von der Haut weggeleitet, der Bereich um Mund und Nase wird also mehr Feuchtigkeit und Wärme ausgesetzt. Es kann zu einem kleinen, lokalen Wärmestau kommen. Das wiederum kann zu kleinen Erhebungen und Rötungen, aber auch zu Unreinheiten, wie Mitessern und Pickelchen führen. Empfindliche Haut kann durch die Schutzmaske noch sensibler reagieren. In manchen Fällen kommt es auch durch die eingeschränkte Atmung zu Panikgefühlen und Unwohlsein, was den ganzen Organismus stresst und nicht gut für das Allgemeinbefinden ist.

Wählen Sie deshalb einen Mundschutz aus leichtem Material. Wenn Sie sich für einen aus Stoff entscheiden, dann sollte er bei 60°C waschbar sein.

Wichtig ist: Den Mundschutz immer wechseln, bzw trocknen lassen, wenn er nass wurde!

Mindestens jedoch 1x am Tag wechseln und regelmäßig bei 60° C waschen. Weil sich gerade an den Kontaktflächen Make up Rückstände und abgestorbene Hautzellen verstärkt sammeln, sammeln sich auch Bakterien und teilweise Viren innen aber auch außen.

Deswegen: Mundschutz immer am Träger abnehmen. Nicht am Stoff selber!

Falls der Mundschutz berührt wurde: Hände desinfizieren oder gründlich waschen. Dann auf eine saubere Unterlage, wie ein frisches Taschentuch legen. Oder einfach an den Henkeln aufhängen.

 

Extras für Brillenträger

Ein Tipp für Brillenträger: Es gibt auch Mundschutz mit Anti-fog Funktion, die sehr hilfreich sind, wenn die Brille laufend beschlägt.

Für Stoff-Exemplare gibt es auch Schaumstoff, den man im Bereich der Nase, bzw dem oberen Rand der Maske mit einem Klemmbügel anbringen kann, so dass die Luftzirkulation erleichtert wird.

Angst und Panik durch die Maske

Gerade bei ungeübten Trägern, räumlicher Enge (wie in öffentlichen Verkehrsmitteln) und höheren Temperaturen empfehle ich: Bei Angst und Panik vorsichtig an einer Seite des Haltbügels anheben. Mit dem Mund den Luftstrom auf diese Seite lenken. Kühle Luft mindert das Hitze- und Engegefühl.

Zusätzlich lohnt es sich auch einmal den Mundschutz in Situationen zu erproben, welche eine schnellere Atmung erfordern, um das Gefühl zu kennen und zu lernen, dass man trotzdem genug Luft bekommt. Also einfach einmal 5 min an der frischen Luft, am besten anfangs bei kühlem Wetter mit Mundschutz Rad fahren oder joggen.

Was aber auch hilft ist, einen nicht zu eng am Gesicht anliegenden Mundschutz zu verwenden. Trotz Dichtigkeit an den Rändern bietet dieser auch mehr Möglichkeit zur Luftzirkulation. Also lieber auch mal eine Nummer größer wählen.

Was kann ich tun, wenn meine Haut unter der Mund-Nasenmaske leidet?

Ganz wichtig ist: So oft abnehmen, wie möglich und viel frische Luft an die Haut lassen! Milde Peelings entfernen abgestorbene Hautschüppchen, sowie überschüssige Öle und halten damit die Poren frei. Porentief geklärt, kann die Haut Giftstoffe besser ausscheiden, sodass sich durch regelmäßiges peelen weniger Irritationen und Unreinheiten bilden können. Ein leichtes Serum oder Gel hilft der Haut auch unter der Maske zu atmen.

Fotocredits: unsplash:macauphotoagency, mbaumi, enginakyurt